Marktdaten
In diesem Bereich finden Sie Zahlen, Daten und Fakten aus den Bereichen Radio, Fernsehen, Online, Mobile und öffentlich-rechtlicher Rundfunk.
2010: Die Krise scheint überwunden – aber die strukturellen Probleme bleiben
Auf Basis einer erstmalig durchgeführten Befragung* im Mitgliederkreis erwartet der VPRT für das Gesamtjahr 2010 eine Markterholung und ein Wachstum in allen im Verband vertretenen Segmenten – allerdings gegenüber einer relativ niedrigen Vergleichsbasis 2009. So werden für das laufende Jahr beispielsweise Werbeerlöse erwartet, die zwar steigen, jedoch immer noch deutlich unter dem Niveau der Jahre 2007 und 2008 liegen und erst recht hinter den Rekordwerten aus dem Jahr 2000 zurückbleiben werden.

Radio- und TV-Werbung
Die befragten Experten im Mitgliederkreis des VPRT erwarten für den Gesamtmarkt und das Gesamtjahr 2010 ein Wachstum von ca. 4 % in der TV-Werbung sowie ein Wachstum von ca. 2,3 % in der Radiowerbung. Perspektivisch sehen die Marktteilnehmer weiteres Wachstumspotential für Audio/Video auf allen Plattformen (TV, Radio, Online, Mobile). Als Voraussetzung dafür werden allerdings die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen – gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und gegenüber globalen Playern im Medien- und Werbemarkt – sowie der Verzicht auf Werberestriktionen gesehen.
Pay-TV
Für den Bereich der entgeltfinanzierten TV-Programme wird ebenfalls eine positive Marktentwicklung prognostiziert. Die befragten Experten schätzen für den Gesamtmarkt – über alle Plattformen hinweg – und für das Gesamtjahr 2010 ein Wachstum von ca. 5,4 % im Pay-TV gegenüber dem Vorjahr. Perspektivisch werden positive Impulse insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Ausrüstung weiterer Haushalte mit Pay-TV-fähigen Endgeräten erwartet. Neben der bisher schleppenden Digitalisierung bleibt das größte Hemmnis für die weitere Entwicklung des Pay-TV-Marktes in Deutschland aus Sicht der Experten der übermächtige öffentlich-rechtliche Rundfunk und insbesondere dessen gebührenfinanzierte Konkurrenz an den internationalen Lizenzmärkten beispielsweise im Wettbewerb um Sport- und Filmlizenzen. Eine weitere gemeinsame Sorge von Free- und Pay-TV-Anbietern ist der Schutz ihrer Inhalte vor unbefugter Nutzung durch Dritte.
Teleshopping
Eine ebenfalls positive Marktentwicklung erwarten die befragten Experten für den Bereich Teleshopping mit ca. 10 % Wachstum in 2010.
Wirtschaftskrise und struktureller Rahmen dämpfen Marktentwicklung 2009
Die Umsätze im deutschen Radio- und TV-Markt waren 2009 insgesamt rückläufig (Ausnahmen: Teleshopping und ARD/ZDF-Gebühren). Die Werbeerlöse haben im vergangenen Jahr gattungsübergreifend sogar einen historischen Tiefpunkt erreicht. Davon waren – trotz der weiterhin sehr hohen Nutzungsakzeptanz – auch das private Fernsehen (2008: -2,9 %; 2009: -9,8 %) und das private Radio (2008: -3,7 %; 2009: -7,6 %) betroffen. Dennoch konnten TV und Radio auch im Krisenjahr 2009 Marktanteile im Werbemarkt gewinnen. Die Werbeerlöse im privaten TV (3,39 Mrd. Euro) und im privaten Radio (495 Mio. Euro) stellen weiterhin das – nach den öffentlich-rechtlichen Gebühren (7,1 Mrd. Euro) – größte Einnahmensegment im deutschen Radio- und TV-Markt dar, gefolgt von Teleshopping (1,5 Mrd. Euro) und Pay-TV (1,1 Mrd. Euro).

Einige private Anbieter konnten die Umsatzrückgänge im vergangenen Jahr durch Sparanstrengungen zumeist im zweistelligen prozentualen Bereich kompensieren. Längst nicht alle Anbieter konnten jedoch das Jahr 2009 positiv abschließen. Nach langjähriger Wachstumsphase und einem regelrechten Gründungsboom im TV stagnierte die Zahl der privaten Radioprogramme und die Zahl der privaten TV-Programme bereits seit 2008 und war im zurückliegenden Jahr 2009 sogar erstmals insgesamt leicht rückläufig. Privates Radio: 244 (-3); Privates TV: 378 (-4); davon bundesweit TV: 147 (0); davon Spartensender 37 (-6); davon Pay-TV 75 (+7).


