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"Suchen – Finden – Navigieren": Bericht zur gemeinsamen Veranstaltung von VPRT, den Medienanstalten und der Deutschen TV-Plattform

6. November 2013

Studie „Wie smart ist die Konvergenz?
Die Medienanstalten stellten am Vormittag erstmals die Ergebnisse einer Studie zu Markt und Nutzung von Connected-TVs vor. Einleitend veranschaulichte Dr. Kristian Kunow, Referent Plattformregulierung und Digitaler Zugang (die Medienanstalten), die ökonomischen Rahmenbedingungen des Markts für Smart-TV-Portale. Die zu beobachtende Vielfalt der Angebote sei zwar sehr erfreulich, müsse jedoch nicht unbedingt Bestand haben, wenn sich der Markt weiter entwickle. Ein Vergleich mit strukturell ähnlichen Märkten, wie bspw. Smartphones, zeige, dass hier eine starke Konzentration auf einige wenige Benutzeroberflächen und AppStores eingetreten sei. In Großbritannien etwa seien 90 Prozent des Smart-TV-Marktes unter lediglich vier Herstellern aufgeteilt. Entscheidend sei aber auch, ob der Nutzer auf eine Zugangsmöglichkeit zu Inhalten festgelegt sei, oder zwischen mehreren wählen könne und dies auch tue. Die Zahlen des Digitalisierungsberichts zeigten hierzulande die Tendenz, dass Smart-TV-Nutzer Videoinhalte vor allem direkt über dieses Gerät abrufen und weniger alternative Zugänge wie PC, Laptop und Tablet wählen.

Im Anschluss stellte Michael Wörmann, Geschäftsleiter Facit Digital, Ergebnisse einer ethnographischen Studie zur Nutzung von Smart-TV-Geräten vor. Herr Wörmann und seine Kollegen waren im September und Oktober diesen Jahres zu Gast in vernetzten TV-Haushalten und dokumentierten Verhaltensmuster. Demzufolge spielen lineare Fernsehprogramme im Alltag der Studienteilnehmer immer noch eine erstaunlich zentrale Rolle. An nicht im Voraus geplanten Fernsehabenden werde auch von den Smart-TV-Nutzern durch die Programme gezappt oder einzelne mithilfe des EPG angesteuert. Die Studienergebnisse zeigten jedoch auch, dass Rundfunk- oder Internetverbreitung für die Nutzer von smarten TV-Geräte keinen Unterschied mache. Vielmehr ist die Art des Inhalts entscheidend. Über das Internet würden auf den TV-Geräten vor allem Videoinhalte abgerufen. Andere Dienste wie bspw. Web 2.0 oder Nachrichtenportale würden hingegen auf dem Second Screen genutzt.

Während Listungen und EPGs entscheidend für die Auffindbarkeit von Rundfunkinhalten seien, nehme die Vorbelegung der Smart-TV-Portale Einfluss auf die Auswahl von Videoinhalten auf Abruf. Nur selten würden von nicht sehr technikaffinen Nutzern zusätzlich zu den vorinstallierten Anwendungen alternative VoD-Apps auf den Geräten installiert.

Die vollständigen Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang 2014 veröffentlicht und auf www.die-medienanstalten.de zum Download bereit stehen.

Live: „Praxis-Einblicke in die Connected-TV-Welt“
Die anschließende Geräte-Demonstration verdeutliche die aktuellen Entwicklungen auf dem First und Second Screen. Unter der Regie von Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie (VPRT), präsentierten Dr. Rudolf Eyberg (Panasonic), Volker Blume (TP Vision, PhilipsTV), Uwe Poser (Samsung) und Elmar Möller (Technisat) eine Auswahl der jeweiligen Gerätefunktionen.

Anfangs wurde dargestellt, wie die TV-Sender auf der Senderliste seitens der Gerätehersteller sortiert werden und wie vom Zuschauer Favoriten angelegt werden können.

Die Onlinefunktionalitäten wurden anhand des Browsers und der Red Button-Funktionalitäten dargestellt, wo zusätzlich HbbTV-Inhalte der Sender abgerufen werden können. Abschließend wurde Sortierung von Apps auf einem Portal betrachtet.

Die Steuerung der Smart-TVs kann auch über Gesten und Sprache erfolgen. So können ohne die Fernbedienung u.a. Programme umgeschaltet oder Lautstärkeveränderungen vorgenommen werden. Anschließend wurde demonstriert, wie sich Onlinestreams in die bestehende Senderliste integrieren lassen, sodass der Zuschauer anhand der Programmliste nicht zwischen Rundfunk- und Internet-Inhalten unterscheiden kann.

Eine zunehmende Bedeutung werden zukünftig Empfehlungen für den TV- und Videokonsum einnehmen. Demonstriert wurden Empfehlungssysteme auf Basis des Zuschauerverhaltens und persönlicher Präferenzen des Zuschauers.

Abschließend wurden verschiedene Funktionen bei der Einbindung eines „Second Screen“ (Smartphone, Tablet, etc.) dargestellt. Hierbei wurden TV-Inhalte u.a. vom Smart-TV auf das Smartphone übertragen.

Panel „Hybrid, smart und (de)reguliert? Die Diskussion.“
Abschließend bekam das Thema des Tages auch eine politische Dimension. Dabei waren sich die Teilnehmer der Podiumsrunde einig darin, dass die technischen Entwicklungen große Chancen für alle Beteiligten böten. Über die Notwendigkeit, den Umfang und die Umsetzung von Regeln für Smart-TVs und deren Inhalten hingegen war (zunächst) kein Konsens auszumachen.

Technologische Entwicklungen, die TV vielfältiger machten seien erst einmal gut, befand Dr. Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender vom VPRT. Er machte aber auch deutlich, dass die geltende Rundfunkregulierung nicht für diese konvergente Welt gemacht sei, in der Refinanzierung und Distribution fundamentale Änderungen erfahren hätten und neue Anbieter hinzukämen, für die andere Regeln gelten würden.

Für eine „Andersregulierung“ anstelle einer „Angstregulierung“ warb Dr. Matthias Knothe aus der Staatskanzlei Schleswig-Holsteins, der die Situation in der „wir dem einen etwas noch verbieten und den anderen nicht hindern können“ als problematisch einschätzte. Knothe stellte eine Deregulierung der quantitativen Werbebestimmungen auf europäischer Ebene in Aussicht. Handlungsbedarf sah er zudem im Medienkonzentrationsrecht, bei der Netzneutralität sowie bei Listen und Suchmaschinen. Listungen und die Netzneutralität als Regulierungsgegenstand sah auch  Dr. Hans Hege,der als Beauftragter für Plattformregulierung und Digitalen Zugang auf dem Podium die Medienanstalten vertrat. Hege plädierte für eine Weiterentwicklung der Rundfunkregulierung. Lizensierungsverfahren und Konzentrationskontrolle in der jetzigen Form sollten zukünftig nicht im Vordergrund stehen. Es gelte, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Diskriminierungen bzgl. der Auffindbarkeit von Inhalten zur Anzeige gebracht und auch hier Chancengleichheit sichergestellt werden könne.

Aus der Sicht der Gerätehersteller stellte Dr. André Schneider (ZVEI) die große Dynamik der Geräteentwicklung in den Mittelpunkt, die nicht durch eine Regulierung abgebremst werden dürfe: „Wir tragen mit den neuen Geräten zur Vielfalt bei, mit zahlreichen Nischen und Lokalangeboten, die früher gar nicht auf dem TV-Bildschirm stattfanden“, betonte Schneider. Must be found-Regeln seien dabei schwer umsetzbar, da immer mehr Inhalte auf den Geräten präsent seien. Dazu gehören auch die digitalen Angebote des Axel-Springer-Verlages auf Smart TVs, die für Verlagsvertreter Stephan Zech die digitale Weiterentwicklung der traditionellen Programmzeitschriften sind: „Die neuen Services bieten Übersicht über die Inhalte, genau wie im Zeitschriftenregal oder am Kiosk“, argumentierte Zech.

 

Die gesamte Veranstaltung ist als Video online abrufbar unter:
http://tinyurl.com/sufina-online1
ab 02:00 Einführungsrunde
ab 15:20 Studie „Wie smart ist die Konvergenz?
ab 48:00 Live: „Praxis-Einblicke in die Connected-TV-Welt“

http://tinyurl.com/sufina-online2
ab 01:00 Keynote „Aspects of connected TC and new platforms“
ab 30:00 Panel “Hybrid, smart und (de)reguliert”

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