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„London Calling“ – Pure Provokation: ARD und ZDF verlieren jedes Maß bei angekündigter Online- Olympiaberichterstattung

15. May 2012

Berlin, 15. Mai 2012 Als medienrechtlich wie medienpolitisch äußerst fragwürdig hat der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) die von ARD und ZDF im Wechsel geplante Onlineberichterstattung zu den Olympischen Spielen kritisiert. Die Rundfunkanstalten hatten vergangene Woche angekündigt, nicht nur in ihren Hauptprogrammen und auf den zugehörigen Internetplattformen, sondern darüber hinaus in bis zu sechs parallelen Livestreams rund 900 Stunden über Olympia im Internet berichten zu wollen.

VPRT-Präsident Jürgen Doetz kommentierte die Ankündigung: „Die Pläne von ARD und ZDF zeigen erneut, mit welcher Maßlosigkeit die Anstalten ihren Sportinformations- und Telemedienauftrag  interpretieren. Als digitales Überlaufbecken fungieren jetzt nicht mehr wie in der Vergangenheit die Digitalkanäle. Stattdessen werden einfach neue Angebote bzw. Programme im Internet lanciert. Hier kann es nicht einfach heißen: ‚London Calling‘. Vielmehr ist das Vorhaben von ARD und ZDF eine pure Provokation der Rechtsaufsicht.“

Zum einen stellt sich die Frage nach einer (wenn auch nur temporären) Überschreitung der zulässigen Anzahl von Fernsehprogrammen, sofern die kommentierten Olympia-Spartenkanäle bei linearer Ausstrahlung die Kriterien eines Rundfunkprogramms erfüllen. Zum anderen haben die sechs ausschließlich im Internet zu verbreitenden Web-Channels keinen eigenen Drei-Stufen-Test durchlaufen. Nach Auffassung der privaten Fernsehveranstalter können die auf Basis der zurückliegenden Drei-Stufen-Tests verabschiedeten Telemedienkonzepte das neue Sportangebot im vorgesehenen Umfang von 900 Stunden nicht ohne Weiteres legitimieren. Hierin wird lediglich pauschal erwähnt, dass auf sportschau.de und sport.zdf.de Live-Streams und Video-on-Demand-Angebote zu Sportereignissen angeboten werden können. Zudem sind Abrufangebote der Anstalten zu Großereignissen wie Olympia klar auf 24 Stunden beschränkt. Die angekündigte Bereitstellung von Highlight-Videos auch Tage später auf sportschau.de/olympia oder sport.zdf.de verträgt sich damit nicht. Die gesamte Diskussion zu den Drei-Stufen-Tests der letzten Jahre und der damit verbundene medienpolitische Gestaltungswille würden konterkariert, wenn die Medienpolitik ARD und ZDF jetzt dieses neuerliche Onlinevorhaben ungeprüft durchgehen lassen würde. Damit wäre die Ineffizienz des Drei-Stufen-Tests ein weiteres Mal untermauert, so VPRT-Präsident Jürgen Doetz.

„Zumindest in einem Punkt hat die Ankündigung ein wenig Aufschluss gegeben, nämlich bei den Kosten. Nun ist für jeden nachvollziehbar, warum trotz der Reduzierung des Personalaufwandes von 700 auf 480 Mitarbeiter im Vergleich zu den letzten Olympischen Spielen diese 2012 trotzdem wieder mit je 10 Millionen Euro bei ARD und ZDF zu Buche schlagen: Die bei den Personalkosten  erzielten Einsparungen scheinen nunmehr in die Produktions- und Technikkosten für neue Angebote zu fließen.“


Für Rückfragen:
Pressesprecher Hartmut Schultz, Hartmut Schultz Kommunikation GmbH
T | +49 30 3 98 80-101, E | schultz@schultz-kommunikation.de


Über den VPRT:
Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels – national und auf EU-Ebene.

Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.
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