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Kein Frequenztausch zwischen BR-Klassik und PULS

08.12.2017

Der Bayerische Rundfunk wird den ursprünglich für 2018 vorgesehenen Frequenzwechsel zwischen den BR-Radioprogrammen BR-Klassik und PULS nicht vollziehen. Die Rundfunkanstalt hatte geplant, das digitale Jugendprogramm PULS im kommenden Jahr zusätzlich zu DAB+ auch über die UKW-Frequenzen von BR-Klassik auszustrahlen. Das Klassikprogramm wäre dann terrestrisch nur noch über DAB+ empfangbar gewesen. Ziel der geplanten UKW-Verbreitung von PULS war, mehr junge Hörer zu erreichen.

Der BR begründet seinen Entschluss damit, dass sich die „Rahmenbedingungen im Vergleich zu 2014 nachhaltig“ verändert hätten. Die Rundfunkanstalt erreiche durch eine Neuausrichtung der Radiowellen Bayern 1 und Bayern 3 mehr jüngere Hörer. Bayern 3 ist inzwischen Marktführer bei den 20-29-Jährigen in Bayern. Zudem habe sich durch den weiteren Ausbau des DAB+-Netzes die technische Reichweite von PULS vergrößert. PULS hat sich vielmehr zu einer starken Onlinemarke entwickelt, die unter anderem im jungen Angebot funk einen maßgeblichen Platz einnimmt. Die lineare TV- und Radio-Nutzung von PULS bleibt laut BR „bisher schwach“. PULS dient auch als Marke und Redaktion für verschiedene Sendungen des BR-Fernsehens.

Der VPRT hatte die Frequenztauschpläne des Bayerischen Rundfunks als Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag kritisiert. Danach dürfen die Rundfunkanstalten keine in digitaler Technik verbreiteten Radioprogramme gegen Analogangebote austauschen.

Zudem bemängelte der Verband die Expansionspolitik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Rundfunkanstalten setzen, um einem möglichen Generationenabriss entgegenzusteuern, unter anderem auf die Erweiterung des bestehenden öffentlich-rechtlichen Hörfunkangebots um neue Radiowellen, wie PULS, sowie deren technischen Besserstellung gegenüber etablierten ARD-Angeboten, wie BR-Klassik. Der VPRT hatte wiederholt dafür plädiert, dass die Rundfunkanstalten eine Verjüngung der Hörerschaft mit den bestehenden beauftragten Angeboten und nicht durch Programmexpansionen erzielen müssen.

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Ansprechpartner

Daniela Beaujean

Mitglied der Geschäftsleitung / Recht und Regulierung, Justiziarin

Tim Steinhauer

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit